Gartenkalender November/Dezember
Text — Brigitt Buser
GRÜNLILIE VERMEHREN
Allen bekannt dürfte die Grünlilie mit grünen oder grünweiss gestreiften grasartigen Blättern sein, bei der sich am langen Trieben Ableger in Form kleiner Abbilder der Mutterpflanze bilden. Diese werden zur Vermehrung einfach abgeknipst und ins Wasser gestellt, und schon bald bilden sich Wurzeln. So hat man immer einige Jungpflanzen zum Verschenken oder für sich selbst, sollte die Mutterpflanze aus irgendwelchen Gründen eingehen.
ÜBERWINTERUNGSORT FÜR NÜTZLINGE
Je milder und sonniger der Herbst, desto länger sind Igel aktiv. Geht es aber im November ans Laubzusammennehmen oder werden schon Gehölze zurückgeschnitten, so sollte man nicht alles mit der Grünabfuhr entsorgen, sondern einen Teil für die stacheligen Gesellen als Unterschlupfmöglichkeit anbieten. Dazu werden Laub, feines und gröberes Geäst abwechselnd geschichtet. Nebst Igel finden hier auch andere Nützlinge wie Insekten, Reptilien, Amphibien, Mäuse und sogar Vögel einen Unterschlupf.
KÄLTEREIZ NÖTIG
Nicht nur Samen von Stauden wie Enzian, Pfingstrosen oder Diptam benötigen, um zu keimen, einen Kältereiz: Auch Nüsslisalat oder als Microgreens genutzte Erbsen, Kohlrabi, Radieschen oder Rettich sind darauf angewiesen. Letzteres ist voll im Trend und ein wertvoller Vitaminspender. Im Winterhalbjahr wird dazu breitwürfig in Saatschalen mit Aussaaterde gesät und die Schalen ca. eine Woche im Freien platziert. Danach wandern die Saatschalen ins warme Zimmer auf die Fensterbank. Keimen die Samen, werden die Keimlinge bei einer Höhe von ca. 5 cm geerntet. Das Erdreich, danach vom Wurzelwerk befreit, kann problemlos nochmals für weitere Saaten verwendet werden. Jedoch nur für die Produktion von bald geerntetem Microgreens, wo kaum Pilzbefall droht. Im Frühjahr wandert das Erdreich in den Kompost oder ins Beet.

