Haus gleichzeitig kaufen und verkaufen
Frage: Nach über 30 Jahren haben wir uns entschieden, unser Haus zu verkaufen und in eine Eigentumswohnung umzuziehen. Wir fragen uns aktuell, ob wir den Verkauf selbst abwickeln oder doch lieber einen Makler beauftragen sollen? Uns geht es nicht primär um den besten Preis, sondern vielmehr darum, eine uns sympathische Käuferschaft zu finden, die das Haus weiterhin hegt und pflegt.
Michaela Müller
Immobilienexpertin bei MoneyPark in Winterthur
«Mit dem Wunsch, einen passenden Käufer zu finden, sind Sie nicht alleine. In unserer alljährlichen Wohntraumstudie stellen wir fest, dass Emotionen beim Verkauf eine grosse Rolle spielen und der persönlichen Sympathie bei jedem vierten Verkauf Rechnung getragen wird. «Nur» rund 40 Prozent der Verkäufer geben den Zuschlag automatisch der höchstbietenden Partei. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob Sie selber verkaufen oder einen Spezialisten beiziehen.
Ein seriöser Immobilienexperte wird auf Ihre Bedürfnisse bezüglich Käuferschaft eingehen und nicht einfach nur den Preis hochtreiben, um mehr am Verkauf zu verdienen. Sollten Sie den Verkauf selbst an die Hand nehmen, so stellen Sie sich auf kritische Käufer und komplizierte Themen wie Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern ein. Gerade beim gleichzeitigen Kauf und Verkauf ist es ratsam, mit einem Experten zu prüfen, ob sich die Grundstückgewinnsteuer aufschieben lässt und wertvermehrende Investitionen, die Sie getätigt haben, sowie Kosten, die beim Verkauf anfallen, in Abzug gebracht werden können.
Überlegen Sie sich auch, wie lange der Verkauf dauern soll. Auf einzelnen kostenlosen Immobilienplattformen können Sie die Verkaufsdauer abhängig vom gewünschten Verkaufspreis abschätzen lassen. An nachgefragten Lagen findet sich ein Käufer innert drei Monaten. Zusätzlich sollten Sie einen bis zwei Monate für die Kaufabwicklung mit Zahlungsversprechen, Vertragsentwurf und Gang zum Notar einplanen. Und zu guter letzt rate ich Ihnen, von den potenziellen Käufern frühzeitig einen Finanzierungsnachweis zu verlangen, um leere Besichtigungen und Enttäuschungen zu vermeiden.»
Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit mit HAUSmagazin und


