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Zeit für Spiel und Hobby

Der Mensch braucht, das wussten schon die alten Römer, Brot und Spiele. Und wo lässt sich entspannter Spass haben als zuhause mit Familie und Freunden?

Text — Tanja Seufert

 

DER SPIELTRIEB LIEGT IN UNSERER DNA

Nicht nur Menschen spielen: Auch Meeressäuger, Vögel, Affen, Elefanten und viele andere Spezies haben Spass. Sie rutschen über Eis, necken einander, plantschen im Wasser oder jagen Objekten nach. Beim Spielen trainieren Menschen und Tiere eine Fähigkeit, die für das Überleben wichtig ist: geistige und körperliche Flexibilität. So lernen wir, dass es viele Möglichkeiten gibt, auf eine Situation zu reagieren – oder, wie es das deutsche Institut für Ludologie ausdrückt: «Spielen schafft Verhalten auf Vorrat, Variationsmöglichkeiten, legt den Grundstein für zukünftig richtiges Tun.» Ausserdem verhilft uns das Spiel zu einer positiven Lebenseinstellung – es macht uns glücklich (siehe auch Link). Der Spass am Spass ist also Teil unserer DNA: Wir müssen spielen! Eine gute Nachricht für alle, die schon immer fanden, dass Spielen alles andere als kindischer Zeitvertreib ist.

 

GESELLIGES SPIELEN VERBINDET

Dann also grünes Licht für Candy Crush Saga und Fortnite? Natürlich macht auch Gamen Spass. Doch es kann, genau wie das Glücksspiel, zu einer Sucht werden, die mit Spass nicht mehr viel zu tun hat. Zudem ist die physische Erfahrung realer Spiele ganzheitlicher als das Zocken am Bildschirm. Und: Zu zweit oder in der Gruppe ist Spielen viel lustiger – und verbindet auf emotionaler Ebene. Für Regentage und laue Sommerabende auf der Terrasse bieten sich klassische Brett-, Karten- und andere Gesellschaftsspiele an, von denen jedes Jahr neue erscheinen (siehe Tipp). Auf Youtube gibt es zu fast jedem neuen Spiel Tutorials, hier vor dem Kauf reinzuschauen, lohnt sich! 
 

DIE EXPERTIN

Natascha Obermayr
Mediensprecherin Unternehmenskommunikation Suva 

«UNFÄLLE PASSIEREN HÄUFIG, WEIL MAN NICHT BEI DER SACHE IST»

Frau Obermayr, wo und wie verunfallen Menschen zuhause?
Rund ein Drittel aller Freizeitunfälle passiert zuhause und auf privatem Grund. Die meisten Unfälle werden durch Stolpern und Stürze verursacht, und der am häufigsten beteiligte Gegenstand ist die Treppe. An zweiter Stelle sind es Möbel, an denen man sich verletzt, sei dies der Tisch, die Badewanne oder das Bett. Am dritthäufigsten rutschen die Leute einfach aus, gefolgt von Unfällen mit Geschirr und Glas. Hier sind es in der Regel Schnittverletzungen, etwa wenn beim Abtrocknen ein Glas runterfällt. Häufig passieren Unfälle auch beim Heimwerken und in der Küche, hier verletzen sich die Leute mit Werkzeugen und Messern. Zum Glück sind aber die meisten Unfälle zuhause nicht schwerwiegend.

Welche Unfälle passieren beim Spielen?
Hier muss ich anmerken, dass die Suva nur Statistiken über Personen im erwerbfähigen Alter führt, da Kinder und Senioren in der Regel über die Krankenkasse unfallversichert sind. Häufig passieren Unfälle mit Tieren: Zum einen durch Insektenstiche oder weil man zum Beispiel durch eine Wespe abgelenkt wird, zum anderen im Umgang mit Haustieren. Hier haben wir häufig Katzenbisse oder Stolperunfälle, weil man etwa dem Hund ausweichen wollte. Auch beim Spielen und Herumtollen mit Kindern gibt es häufig Unfälle, sei es ein verdrehtes Handgelenk oder eine Augenverletzung, nachdem das Kind einem versehentlich ins Auge gegriffen hat.

Oft heisst es: «Dumm gelaufen!» Was ist denn Pech und was vermeidbar?
Grundsätzlich gilt: Schütze dich auch zuhause wie ein Profi. Also gutes Schuhwerk beim Rasenmähen tragen, Schutzbrille beim Bohren tragen und so weiter. Auch sollte man immer eine Haushaltleiter benutzen und nicht etwa den Esszimmerstuhl oder das Tabourettli benutzen, um beispielsweise eine Glühbirne auszuwechseln oder die Fenster zu putzen. Treppen sollten frei sein von Gegenständen – Wäschekörbe und Altpapierbündel sind häufige Ursachen für Treppenstürze. Um Unfälle mit Kindern zu vermeiden, müssen Chemikalien und Medikamente kindersicher aufbewahrt werden, im Garten müssen Teiche und andere Wasserflächen gesichert sein. Man kann also viel tun, um Unfälle zuhause und im Garten zu vermeiden.

Die meisten Leute wissen eigentlich, wie sich die Unfallgefahr verringern lässt – oder etwa doch nicht?
Ja, ein Grossteil der Menschen ist bereits sensibel auf dieses Thema und haben ein hohes Bewusstsein, was die Unfallgefahren zuhause betrifft. Doch nicht alle wenden ihr Wissen auch in der Praxis an  – möglicherweise aus Bequemlichkeit oder weil man im Stress ist. Das kann fatal sein: Unfälle passieren häufig, weil man nicht bei der Sache ist. Sich auf das zu konzentrieren, was man tut, ist ein wichtiger Hebel bei der Unfallprävention – sei es beim Sport, im Verkehr oder eben auch zuhause. Auch ist es immer gut, sich selbst richtig einschätzen zu können und die eigenen Grenzen zu respektieren – sei es beim Trampolinspringen mit den Kindern oder beim Schleppen von Zügelkisten. 

Mehr Sicherheitstipps für Heimwerkerinnen und Heimwerker gibt’s hier
 


EIN SPIEL- UND PARTYRAUM IM HAUS

Im Keller findet sich oft Platz für eine Dartscheibe oder sogar ein Töggelikasten. Warum nicht gleich einen Spiel- und Partyraum einrichten? Damit er auch gerne benutzt wird, sollte der Raum trocken, hell, gut belüftet und ausreichend warm sein. Auch ohne Tageslicht lässt sich ein Partykeller gemütlich einrichten. Eine gute Grundausleuchtung, etwa mit einem Deckenfluter, sowie einige Akzentleuchten sorgen dafür, dass der Raum wohnlich wird. Ein kleines Sofa, ein Teppich und andere Textilien erzeugen eine warme Atmosphäre und schlucken den Schall. 

 

BEWEGUNG UND SPASS IM GARTEN

In den Sommermonaten wird der Aussenraum zum Spiel- und Sportplatz für Klein und Gross. Wer ausreichend Platz hat, kann zum Beispiel einen mobilen Pingpongtisch, einen Aufstellpool, ein Trampolin, eine Wasserrutsche oder einen Basketballkorb aufstellen. Damit sich die Nachbarn nicht beschweren, sollte man für ausgelassene Spiele die Ruhezeiten beachten (siehe Infokasten). Und wer es ohnehin gemütlicher mag, wird mit den Spielklassikern Kubb, Krocket (auf Rasen) oder Boule/Boccia (auf Kies bzw. Sand) glücklich. 

INFO

WAS IST ERLAUBT?

Kleine Nebenanlagen wie Sandkasten, Planschbecken, eine einzelne Rutsche, ein Pingpongtisch und andere Spielgeräte benötigen keine Baubewilligung. Das gilt in der Regel auch für Spielgerüste und mobile Schwimmbecken, wenn die Anlage nicht ganzjährig im Garten steht. Anders sieht es zum Beispiel aus, wenn man eine ganze «Spiellandschaft» fix im Garten installieren möchte, hier sollte man eine Baubewilligung einholen. Grundsätzlich ist alles bewilligungspflichtig, dass sich wesentlich auf die Umgebung auswirkt – sei es durch Schattenwurf, Lärm, Gerüche oder eine Veränderung des Landschaftsbildes. Kleine Nebenanlagen wie Sandkasten, Planschbecken, eine einzelne Rutsche, ein Pingpongtisch und andere Spielgeräte benötigen keine Baubewilligung. Das gilt in der Regel auch für Spielgerüste und mobile Schwimmbecken, wenn die Anlage nicht ganzjährig im Garten steht. Anders sieht es zum Beispiel aus, wenn man eine ganze «Spiellandschaft» fix im Garten installieren möchte, hier sollte man eine Baubewilligung einholen. Grundsätzlich ist alles bewilligungspflichtig, dass sich wesentlich auf die Umgebung auswirkt – sei es durch Schattenwurf, Lärm, Gerüche oder eine Veränderung des Landschaftsbildes. 

Ruhezeiten sind kantonal festgelegt, sind aber in der Regel die folgenden:
Mittagsruhe: werktags zwischen 12 und 13 Uhr
Nachtruhe: werktags ab 20 oder 22 Uhr bis morgens 6 oder 7 Uhr
Sonn- und Feiertage: ganztags


SPIELE UND SPIELGERÄTE AUSLEIHEN STATT KAUFEN

Warum immer kaufen? In jeder grösseren Ortschaft gibt es eine Ludothek – rund 350 sind es schweizweit. Hier lassen sich gegen eine kleine Gebühr verschiedenste Spiele für drinnen und draussen ausleihen, von Kinderspielsachen über Brettspiele bis zu Dart. 

SPIELTRENDS UND NEUHEITEN 2023

Sea Salt & Paper ist ein neues, im Origami-Stil gestaltetes Kartenspiel, bei dem man Pinguin-, Krabben- oder Fischkarten sammelt. Indem man Kartenpaare ausspielt, erhält man Punkte und kann Aktionen auslösen. Ein einfaches und schnelles Kartenspiel für die ganze Familie.

Das Brettspiel 80 Days lehnt an Jules Vernes «In 80 Tagen um die Welt» an und ist ein Wettrennen rund um den Erdball. Der doppelseitige Spielplan sorgt für jede Menge Abwechslung und immer wieder neue Herausforderungen. Ein rasantes Spiel, das mit rund 50 Minuten Spieldauer nicht langweilig wird.

In Pot Pourri gewinnt, wer am meisten Gourmetsterne holt. Es müssen die passenden Zutaten gesammelt und in die Kochtöpfe verteilt werden. Doch Vorsicht, zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei …

Cornhole ist ein Outdoor-Spiel aus den USA, das dort auch als «Bean Bag Toss» bezeichnet wird. Gespielt wird mit acht Cornhole-Säckchen, die in ein Brett mit Loch geworfen werden. Ein einfaches Spiel, das Kindern und Erwachsenen Spass macht – und nebenbei die Wurftechnik sowie die Hand-Augen-Koordination trainiert.

Den Klassiker Jenga gibt es auch im Grossformat. Die XXL-Variante des Geschicklichkeitsspiels besteht aus 58 Blöcken, die zu einem Turm gebaut werden – im Idealfall bis zu 1,5 m hoch. Doch erfahrene Jenga-Spielerinnen und -Spieler wissen: Meist kippt der Turm schon vorher um …

Wer Badminton und Pingpong mag, wird das Paddelspiel lieben. Anstelle eines Schlägers zieht man sich «Paddel» über die Hände, mit denen der Ball geschlagen wird. Der Ball erinnert an einen Badminton-Ball, ist aber grösser und hat längere Federn.


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