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Energetische Sanierung: zuerst Dämmen!

Die wichtigste Massnahme einer energetischen Sanierung ist die Dämmung der Gebäudehülle. Fachgerecht geplant, hat sie gleich mehrere Vorteile. 

Textbearbeitung – Redaktion HAUSmagazin

 

Die Zahlen sprechen für sich: Über die Hälfte der Heizwärme verliert ein nicht saniertes Haus über seine Gebäudehülle, also über die Wände, Fenster, das Dach und den Keller. Grund dafür ist eine ungenügende Wärmedämmung und alte Fenster. Denn erst in den 1990er-Jahren hat man angefangen, 
Häuser konsequent zu dämmen.

Eine energetische Sanierung ist daher erst abgeschlossen, wenn Aussenwände, Dach und Keller (bzw. Kellerboden) mit einer ausreichenden Dämmschicht versehen sind. Idealerweise bildet dies den ersten Schritt einer etappenweisen Gesamtsanierung – bestenfalls zusammen mit einem Fensterersatz.

Ansicht vor der Renovation

Ansicht nach der Renovation

AUF DIE REIHENFOLGE KOMMT ES AN

Warum ist das so? Die Sanierung einzelner Bauteile nimmt Einfluss auf das ganze Haus. In falscher Reihenfolge saniert, können sich Wärmebrücken bilden, die sich nachträglich nur mit Aufwand wieder beheben lassen. Und ein weiterer wichtiger Punkt: Energieeffizientes Heizen setzt tiefe Vorlauftemperaturen voraus, welche sich nur in einem gut gedämmten Haus realisieren lassen. Und Wärmepumpen – mittlerweile die beliebtesten Wärmeerzeuger – arbeiten mit tiefen Vorlauftemperaturen besonders effizient. Baufachleute erachten folgende Reihenfolge als ideal:

  1. Wärmedämmung der Fassade, Ersatz der Fenster, neuer Sonnenschutz
  2. Wärmedämmung des Daches oder des Estrichbodens und der Kellerdecke
  3. Heizkesselersatz, neuer Wasserwärmer
  4. Photovoltaik 
  5. Innenausbau: z.B. Küche, Bad

 

ALTES HAUS IN NEUEM KLEID

Durch das Dämmen der Fassade bietet sich die Möglichkeit, das Erscheinungsbild eines Hauses komplett oder teilweise zu ändern und neuen Bedürfnissen anzupassen. Grundlegend unterscheidet man zwischen zwei Fassadentypen: Kompaktfassaden und hinterlüftete Fassaden. Wichtig ist immer, dass die Fassade Feuchtigkeit von aussen abhält.

Die Auswahl an Fassadenmaterialien ist dabei riesig und reicht von unterschiedlichen Putzen und Farben für die Kompaktfassade über Naturmaterialien wie Holz und Naturstein bis hin zu Faserzement, Keramik und anderen Werkstoffen für die hinterlüftete Fassade.
 

INFO


DAS GUTE BEISPIEL: WENIGER ENERGIEVERBRAUCH UND MEHR WOHNFLÄCHE

Das Einfamilienhaus am Rande von Igis im Kanton Graubünden wurde 1983 erbaut. Nach rund 40 Jahren sollte es umfassend saniert werden. Schlüssel zu mehr Energieeffizienz waren die Dämmung der Gebäudehülle, neue Fenster sowie eine Photovoltaik-Anlage auf dem neuen Dach.

Beim Dämmmaterial fiel die Wahl auf Steinwolle von Flumroc. Die Bauherrschaft entschied sich für dieses Material nicht nur aufgrund seiner Dämmkraft und der guten Schall- und Brandschutzeigenschaften: Ebenso ausschlaggebend war die lange Lebensdauer, die Steinwolle aufweist.

Die neue Wärmedämmung macht sich nicht nur während des Winters, also durch deutlich niedrigere Heizkosten bezahlt. Im Sommer schützt die Dämmschicht die Innenräume zusätzlich vor Überhitzung – ein Aspekt, der im Zuge der heisser werdenden Sommer immer wichtiger wird.


MEHR FLÄCHE INNEN UND AUSSEN

Mit der Sanierung bot sich die Chance, die Nutzfläche des Hauses zu vergrössern. Diese ergriff die Bauherrschaft: Durch eine Aufstockung liess sich die Wohnfläche von 179 auf 295 m² vergrössern. Obwohl die Wohnfläche um 116m2 erweitert wurde, sank der Energieverbrauch um 75 Prozent durch die Sanierung der Gebäudehülle. Durch das Bauen in die Höhe wurde zudem Fläche auf der Seite frei: Dort befindet sich jetzt eine grosszügige, teilweise überdachte Terrasse.

Durch diese Erweiterungen hat das Haus eine grosse Wertsteigerung erfahren. Diese kommt besonders deshalb zum Tragen, weil sich trotz der tiefen baulichen Eingriffe ein beachtlicher Teil der bestehenden Bausubstanz weiter nutzen liess und so Kosten gespart werden konnten. 

 

EIGENER STROM FÜR WÄRMEPUMPE

Die hohe Energieeffizienz des neu sanierten Hauses wird ergänzt durch umweltfreundliche Haustechnik: Die Wärmepumpe mit Erdwärmesonde bezieht nun einen grossen Teil des benötigten Stroms aus der hauseigenen Photovoltaik-Anlage.

Diese Kombination macht die Heizung nicht nur besonders umweltfreundlich, sie sorgt auch für mehr Unabhängigkeit in Sachen Energieversorgung. Etwas, das sich in den kommenden Jahren immer mehr auszahlen wird.


SCHALL- UND BRANDSCHUTZ VERBESSERT SICH

Manche Dämmstoffe wirken auch schalldämmend. Besonders durch Mineraldämmstoffe wie zum Beispiel Steinwolle verbessert sich der Schallschutz eines Hauses spürbar. An lärmbelasteten Stellen kann die richtige Wärmedämmung daher die Lebensqualität eines Hauses und dessen Wert deutlich steigern. Zu beachten ist 
allerdings, dass für einen effektiven Schallschutz neben der richtigen Wahl des Dämmstoffes auch die Wahl von Schallschutzfenstern nicht zu  vernachlässigen ist. 

Der Brandschutz kann sich mit einer Dach- und Fassadendämmung ebenfalls verbessern. Entscheidend ist die Wahl des Dämmmaterials: Feuerfeste Materialien wie Flumroc Steinwolle halten selbst Temperaturen von über 1000 Grad Celsius stand. Sie sorgen dafür, dass sich ein Brand weniger schnell ausbreiten kann. So gewinnen Bewohner und Rettungskräfte wertvolle Zeit für die Rettung.

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit mit HAUSmagazin und