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Kabelsalat: Das Chaos verstecken

Immer mehr elektronische Geräte – immer mehr Kabel. Mit einigen Tipps lässt sich der Kabelsalat aber einfach entwirren oder zumindest verstecken.

Text — Thomas Bürgisser

 

KABEL, WOHIN MAN SCHAUT

Smartphone, Tablet, E-Reader, Fitness-Uhr, Laptop ... Immer mehr elektronische Geräte erobern die Schweizer Haushalte. Und mit ihnen die Ladekabel. Dabei war der Kabelsalat bei Herrn und Frau Schweizer schon vorher nicht ohne: Fernseher, Sound-System, Internet, Kaffeemaschine, Stehlampe ... Die Folge: Kabel, wohin man schaut. Und nicht selten in einem wilden Knäuel. Es geht aber auch anders.

Vorher

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Nachher

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Mit einer Kabelbox herrscht unter dem Fernseher schnell Ordnung.

DIE FIXE ORDNUNG

Das grösste Chaos herrscht meist am Schreibtisch, sei es im Arbeitszimmer zuhause oder im Büro. Hier beginnt die Ordnung beim Tisch selber. Hochwertige Schreibtische verfügen oft über einen Kabelkanal unter der Tischplatte. Ansonsten lässt sich dieser auch nachrüsten. Über den Kabelkanal lassen sich die Kabel versteckt bis zur Kabelöffnung führen. Damit es auch auf dem Tisch ordentlich aussieht, kann man die Kabel von der Kabelöffnung bis zum Bildschirm oder Drucker einem Kabelbaum ähnlich bündeln. Zum Beispiel mithilfe von Klett-Kabelbindern. Oder man versteckt die Kabel gleich ganz in einem elastischen Kabelschlauch. Der gleiche Tipp funktioniert natürlich auch rund ums Telefontischchen oder hinter dem Fernseher.

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Mit Kabelkanal oder Steckleiste werden Kabel gesammelt und geordnet geführt.

FLEXIBEL LÖSEN UND WIEDER ANBRINGEN

Schwieriger wird das Beseitigen von Kabelsalaten, wenn der Arbeitsplatz flexibel genutzt wird. Zum Beispiel mit einem Laptop, der auch mal mit auf Reisen soll. Wem eine Zweitausstattung an Kabeln zu teuer ist, kann auf Klemm-Fixierungen am Tischrand setzen. Mit diesen lassen sich Kabel flexibel befestigen und unkompliziert wieder entfernen. Ein zusätzlicher Pluspunkt solcher Klemm-Halter: Auch wenn das Kabel nicht mit auf Reisen soll, bleibt es zumindest am richtigen Ort fixiert am Schreibtisch und landet nach dem Ablösen von Laptop, Smartphone und Co. nicht im grossen Salat unter dem Schreibtisch.

CHECKLISTE

ACHTUNG VOR GEFAHRENQUELLEN

Fehlende Ordnung bei Kabeln kann auch gefährlich werden. Gleich wie falsches Aufräumen. Folgendes gilt es zu beachten:

  • Keine losen Kabel im Weg herumliegen lassen, auch nicht als Übergangslösung. Viel zu schnell wird das Kabel zur Stolperfalle. Gleiches gilt für Kabelleisten quer über den Boden.
  • Achtung auch vor Kabeln, die lose über die Tischkante hängen: Schnell wird das Kabel beim Vorbeigehen mitgerissen – und mit dem Kabel auch der Computer oder Laptop.
  • Kabel nie zu eng rollen oder zu fest zusammenpressen: Mit einem Knick im Kabel ist dieses schnell defekt oder es kann zu einem Kurzschluss kommen. Aus dem gleichen Grund sollten Kabel auch nicht zwischen Möbel und Wände geklemmt, unter dem Teppich versteckt oder in einer Türöffnung verlegt werden.
  • Nicht zu viele Geräte an eine Stromleiste! Mehrfachsteckdosen sind zwar gut und recht, hängen Toaster, Mixer, Kaffeemaschine und dann auch noch der Staubsauger dran, wirds langsam knapp. Im besten Fall haut es dann «nur» die Sicherung raus.

SCHLUSS MIT KOPFHÖRERKABELSALAT

Was im Grossen unter dem Schreibtisch liegt, findet sich in kleinerer Form wohl in so mancher Hand- oder Hosentasche. Drei Tipps gegen den Kopfhörer-Kabelsalat:

  • Die richtige Wickel-Technik: Dabei wird das Kopfhörer-Kabel zum Beispiel um die Hand gewickelt, bis noch rund zehn Zentimeter übrig bleiben. Dieser Kabelrest wird nun um die Mitte des Bündels gewickelt. Das Ende kommt in eine der zwei Schlaufen – und schon hat man ein kompaktes Bündel, das sich einfach wieder lösen lässt. Zu kompliziert? Auf Youtube finden sich zahlreiche Video-Tutorials zum Nach-Wickeln.
  • Der Kopfhörer-Aufwickler: Ja, es gibt sie, die kleinen Helfer, die den Kopfhörer-Salat zu verhindern wissen. Rund, eckig, oval, in den verschiedensten Farben. Das Konzept ist bei allen gleich: Werden Kopfhörer nach dem Gebrauch auf den Helfer aufgewickelt, lassen sie sich beim nächsten Mal auch ordentlich wieder abwickeln.
  • Bluetooth: Am einfachsten verhindert man den Kopfhörer-Kabelsalat, wenn keine Kabel vorhanden sind. Bluetooth-Kopfhörer lassen sich kabellos zum Beispiel mit dem Smartphone verbinden. Bleibt nur zu hoffen, dass sie so ganz ohne Kabel in der Tasche nicht verloren gehen.

DIE KRUX MIT DER STECKDOSE

Viele Kabel bedeuten oft auch einen grossen Bedarf an Steckdosen. Eine Steckleiste mit mehreren Eingängen schafft hier Abhilfe. Werden die Kabel nun noch schön aufgerollt – zum Beispiel mit Kabelbindern –, ist das Chaos schon wesentlich kleiner. Einen Schritt weiter geht, wer die gesamte Steckleiste in einer Kabelbox verschwinden lässt. Das Konzept ist denkbar einfach: Eine Box mit zwei Öffnungen links und rechts. Deckel weg, Steckleiste rein, Kabel durch die Öffnungen ziehen, Deckel drauf – und versteckt ist der Kabelsalat. Solche Kabelboxen sind in den verschiedensten Farben und Formen im Handel erhältlich. Oder lassen sich auch einfach selber basteln.

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Kabelboxen sind in den verschiedensten Farben und Formen im Handel erhältlich. Oder lassen sich auch einfach selber basteln.

AB DURCH DIE WOHNUNG

Je mehr Steckdosen, desto besser verteilen sich die Kabel. Weil es früher aber noch viel weniger elektrische Geräte im Haushalt gab, sind in alten Liegenschaften Steckdosen meist Mangelware. Die Folge: Kabel müssen durch die halbe Wohnung gezogen werden. Diese lassen sich zum Beispiel in einem Kabelkanal verstecken, am besten oberhalb der Fussleiste, wo sie am wenigsten ins Auge stechen. Im Handel sind die verschiedensten Modelle erhältlich – bestimmt findet sich auch die Farbe der vorhandenen Fussleiste. Oder aber man setzt gleich auf Fussleisten, in die bereits Kabelkanäle integriert sind.

DER EXPERTE

Jean-Paul Bruchez,
Technik & Betriebwirtschaft
des Verbandes
Schweizerischer Elektro-
Installationsfirmen VSEI

ADIEU KABELSALAT DANK INNOVATION?


«Ein Endgerät, wie TV, Hi-Fi, PC oder Drucker, benötigt in der Regel zwei Anschlusskabel. Eines für den Strom, eines für den Kommunikationsanschluss. Auf das Stromkabel wird man noch lange nicht verzichten können. Minimiert werden kann hier der Kabelsalat durch die optimale Positionierung der Steckdosen. Der Elektroinstallateur kann hierzu kompetent beraten. Beim Kommunikationsanschluss gibt es inzwischen die zwei Alternativen Powerline und Wireless. Bei Powerline fliesst die Kommunikation ebenfalls über das Stromnetz. Dafür braucht es auch in naher Zukunft noch ein zweites Kabel – der Kabelsalat bleibt also der gleiche. Bei Wireless erfolgt die Kommunikation kabellos zu den Endgeräten, die dann auch über Funk gesteuert werden können. Pro Endgerät entfällt damit zumindest einmal ein Kabel, der Kabelsalat wird halbiert. Allerdings ist der gleichzeitig erhöhte Elektrosmog bei vielen Leuten unbeliebt, zudem besteht eine höhere Datensicherheit bei drahtgebundenen Endgeräten.»

KABEL ALS GESTALTUNGSELEMENT

Einen ganz anderen Weg geht, wer Kabel, Kabelbäume, aber auch Kabelboxen mit etwas Kreativität bewusst als Gestaltungselement einsetzt. Sei dies in bunter Farbe, als Lichtelement oder mit einem dekorativen Holzbrett, hinter dem die Kabel versteckt werden. So wird aus dem chaotischen Vorher schnell ein hübsch anzuschauendes Nachher.

 

WEITERE INFORMATIONEN

Weitere Informationen finden Sie unter: Youtube-Anleitung Kopfhörer / Hama Suisse