Recycling: So haushalten Sie nachhaltig
Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Haushalt: Mit der Verringerung von Abfall, mit Recycling und mit Kompostieren können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ihren ökologischen Fussabdruck reduzieren – und sparen Abfallsackgebühren.
Text — Tanja Seufert
Ob leere Joghurtbecher, die Luftpolsterfolie der letzten Online-Lieferung oder verpackte Kaki-Früchte: Im Alltag fällt jede Menge Abfall an, besonders aus Plastik. Schlecht für die Umwelt, verbraucht die Herstellung von Kunststoff doch viele Ressourcen und Energie. Wer nachhaltiger haushalten möchte, sollte deshalb in erster Linie den (Plastik-)Abfall verringern. Das ist im Alltag schwierig, doch wer ein paar Punkte beachtet, tut schon viel für die Umwelt (siehe Tipps).
TIPPS
FÜR MEHR NACHHALTIGKEIT UND WENIGER ABFALL IM ALLTAG
- PLANEN SIE IHREN EINKAUF: Mit Bedacht einzukaufen, verhindert am meisten Abfall. Planen Sie den Einkauf, um Lebensmittelverschwendung zu verhindern, und bevorzugen Sie qualitativ hochwertige Produkte.
- WENIGER IST MEHR: Bevorzugen Sie langlebige Produkte. Sie sind zwar teurer, werden dafür aber nicht zu Gerümpel. Legosteine halten mehrere Generationen lang, das Billigspielzeug aus China oft nicht einmal ein Jahr.
- SECONDHAND STATT NEUPRODUKTE: Jedes Produkt verbraucht bei seiner Herstellung Energie und Ressourcen: sei es Material, sei es die Energie für die Herstellung, den Transport und die Lagerung. Gebrauchte Produkte zu verwenden, erspart der Umwelt diese Herstellungskosten.
- WENIGER VERPACKUNGSMÜLL: Der Griff zu unverpackten Lebensmitteln oder wiederverwendbaren Behältern spart Plastik. Kaufen Sie Gegenstände nach Möglichkeit lieber im Laden als im Online-Shop, weil für Verpackungen oft viel Füllmaterial verwendet wird.
- MEHRWEG STATT EINWEG: Haben Sie die Wahl, greifen Sie besser zu Glas- statt zu Plastikflaschen. Achten Sie auf die Rezyklierbarkeit der Produkte.
- RECYCLEN STATT WEGWERFEN: In immer mehr Gemeinden und Verkaufsstellen ist es möglich, auch Plastikflaschen abzugeben. Recycling-Abholdienste im Abomodell nehmen zudem zusätzliche Wertstoffe entgegen, zum Beispiel Korken.
- REPARIEREN STATT ENTSORGEN: Defekte Gegenstände müssen nicht immer entsorgt werden. Reparaturen schonen Ressourcen und sind oft kostengünstiger.
- VERMEIDEN SIE BATTERIEN: Viele Spielsachen, aber auch Dekoartikel wie Lichterketten werden mit Batterien betrieben – die oft rasch leer sind. Versuchen Sie, auf batteriebetriebene Produkte zu verzichten oder eine Alternative mit Netzteil zu verwenden.
RECYCLING: SO EINFACH WIE MÖGLICH MACHEN
Recyclingstationen erleichtern die Mülltrennung. Die Behälter für Glas, Papier, Metalle, PET-Flaschen und Bioabfälle sollten möglichst einfach zugänglich und logisch strukturiert sein, zum Beispiel in Form einer fixen Recyclingstation unter der Spüle. Hier finden Kompost, Glas, Metall und PET-Flaschen Platz. Leere Batterien lassen sich dort sammeln, wo auch die geladenen Batterien aufbewahrt sind, und der Karton findet zum Beispiel im Keller Platz. Recyclingbehälter, die sich vielleicht sogar stapeln lassen, erleichtern das Sammeln verschiedener Wertstoffe und sind zum Beispiel im Reduit oder Keller gut aufgehoben.
KOMPOST: AUS BIOABFALL WIRD WERTVOLLER DÜNGER
Gartenbesitzer haben den Vorteil, dass sie ihren Bioabfall selber verwerten können. Dieser verwandelt sich im Kompost in nährstoffreichen Humus, der als natürlicher Dünger dient. Wichtig ist, stickstoffreiches Material wie Obst- und Gemüsereste («grünes» Material) mit kohlenstoffreichem Material wie Laub oder Stroh («braunes» Material) zu mischen. Der Kompost darf weder zu trocken noch zu nass sein – bei zu viel Feuchtigkeit beginnt er zu faulen, bei zu wenig trocknet er aus und zersetzt sich langsamer. Regelmässiges Umsetzen, also Umschichten des Kompostes sorgt dafür, dass der Kompost ausreichend Sauerstoff bekommt und nicht anfängt zu stinken (Mehr dazu finden Sie hier).
PROBLEME MIT DEM KOMPOST, WAS TUN?
Ein stinkender Komposthaufen deutet meist auf zu wenig Sauerstoff oder zu viel Feuchtigkeit hin. Abhilfe schafft das Umschichten des Materials und das Hinzufügen von mehr «braunem» Material. Wenn der Kompost Ratten oder andere Schädlinge anzieht, könnte dies daran liegen, dass darin Speisereste wie Fleisch oder Fett enthalten sind. Diese gehören nicht auf den Kompost. Zersetzt sich der Kompost nur schleppend, kann das auf ein Ungleichgewicht der Materialien oder fehlendeFeuchtigkeit hinweisen. Ein wenig Gartenerde oder fertiger Kompost kann den Prozess ankurbeln. Indoor-Kompostsysteme wie Wurmkisten oder Bokashi-Eimer versprechen, Küchenabfälle auch in der Wohnung in wertvollen Dünger zu verwandeln. Wurmkisten arbeiten mit speziellen Kompostwürmern, die organisches Material zersetzen. Bokashi-Systeme fermentieren Abfälle in einem luftdichten Behälter und verwandeln sie in Flüssigdünger. Beide Systeme eignen sich für Haushalte ohne Garten, benötigen aber regelmässige Aufmerksamkeit und Pflege.

