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Wohin mit Velos, Rollern und Co.?

Mit jedem Kind kommt auch ein Trotti, ein Velo – und irgendwann vielleicht ein «Töffli» oder  Elektro-Roller. Auch in sportlichen Single- und Paarhaushalten gesellen sich zum Alltagsvelo bald Rennrad, E-Bike oder Mountainbike. Wohin mit all den fahrbaren Untersätzen?

Text — Tanja Seufert

 

Die Anzahl Gegenstände, die ein Haushalt besitzt, ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen – durchschnittlich rund 10'000 Dinge soll eine Person in Europa heute besitzen. Das zeigt sich auch bei den Fortbewegungsmitteln: Neben Auto und eventuell Zweitauto fordern heute auch Roller, Veloanhänger, Mountainbikes, E-Bikes, Rennräder, Trottis und einiges mehr ihren Platz. Und weil der in den meisten Haushalten knapp bemessen ist, braucht es eine gute Organisation.

Bei der Aufbewahrung von Zweirädern geht es nicht nur um Ordnung und Ästhetik, auch verlängert eine «artgerechte» Aufbewahrung die Lebensdauer der Gerätschaften, schützt diese vor Diebstahl und schont nicht zuletzt Rücken und Nerven. Wie also lassen sich Velos und Ähnliches ordentlich, praktisch und sicher aufbewahren?

INFO

«FREILANDHALTUNG» FÜR VELOS, EINE GUTE IDEE?

Am besten geschützt sind Velos und ähnliche Geräte im Innenbereich oder unter einem Dach. Ist das nicht möglich, lassen sich die Zweiräder mit ein paar Massnahmen schützen:

  • Abdeckungen: Wetterfeste Abdeckungen schützen Velos und Roller vor Regen, Schnee und UV-Strahlen. Um Kondensation und Rostbildung zu vermeiden, sollten die Abdeckungen gut belüftet sein. Sie sollten so fixiert sein, dass sie bei einem Sturm nicht davonfliegen.
  • Fahrradboxen: Spezielle Fahrradboxen oder «Fahrradgaragen» bieten einen sicheren und wetterfesten Aufbewahrungsort im Freien. Diese Boxen sind abschliessbar und bieten zusätzlichen Schutz vor Diebstahl.
  • Unterstand: Im Fachhandel sind Bausätze für Fahrrad-Unterstände erhältlich. Ein Unterstand lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick z.B. aus Holz auch selber bauen – Anleitungen dazu finden sich zum Beispiel auf Youtube.


FAHRRÄDER UND E-BIKES

Velos, Mountainbikes und Rennvelos gehören ins Trockene, denn Regen und Feuchtigkeit führen zur Rostbildung an Metallteilen wie Rahmen, Kette, Zahnrädern, Schrauben und Bremsen. Zudem kann Feuchtigkeit in die Lager eindringen, was die Schmierung beeinträchtigt und zu erhöhtem Verschleiss und Korrosion führt. Auch UV-Strahlung und Temperaturschwankungen setzen den Materialien zu. Um Platz zu sparen, lassen sich herkömmliche Fahrräder an Haken aufhängen. Im Handel sind dazu vielfältige Produkte erhältlich, zum Beispiel einzelne Wandhaken oder Halterungen für eine ganze Reihe von Velos. E-Bikes sind meist zu schwer zum Aufhängen. Dem Rücken zuliebe sollte man sie stehend aufbewahren oder einen «Velolift» verwenden, eine Seilzug-Konstruktion, mit der sich das Velo in die Höhe ziehen lässt.
 

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Ob Trottiständer, Velolift, Haken oder Gestell, Aufbewahrungstools bringen Ordnung in die Zweiradsammlung.


ROLLER UND MOFAS

Ob Vespa, «Töffli», Elektroroller oder E-Scooter: Auch motorisierte Zweiräder sollten nicht dauerhaft der Witterung ausgesetzt sein. Ein Unterstand oder noch besser ein Plätzchen in der Garage sorgt dafür, dass Teile weniger schnell verschleissen. Ist das nicht möglich, lassen sich die Fahrzeuge bei Nichtgebrauch mit einer Abdeckplane schützen. Akku-Fahrzeuge wie E-Scooter, aber auch E-Bikes werden idealerweise in einem trockenen und kühlen Raum überwintert.

 

KLEINE ZWEIRÄDER, SPIELGERÄTE UND SKATEBOARDS

Auch Kleinvieh macht Mist respektive braucht Platz: Die Rede ist von Laufrädern, Skateboards, Kickboards, Spieltraktoren, Trottinetts und was der Nachwuchs sonst noch alles durch die Nachbarschaft bewegt. Vom Holz-Laufrad bis zum Plastik-Auto halten sich Spielgeräte auf Rollen an einem geschützten Standort deutlich länger – und werden nicht entwendet. Für Trottinetts, Kickboards und Skateboards gibt es praktische Wandhalterungen. Heimwerkerinnen und Heimwerker finden im Internet zudem zahlreiche Ideen für selbst gemachte Halterungen. Für Kinder wichtig ist eine sichere, gut zugängliche Aufbewahrung, so dass sie ihre Fahrzeuge eigenständig parkieren können – deshalb Haken immer auf «Kinderhöhe» anbringen oder gleich Bodenständer nutzen.
 

CHECKLISTE

AUFBEWAHRUNG IM UND UMS HAUS

  • Garage oder Carport: Die Garage ist der ideale Ort, um Velos und Roller vor Witterungseinflüssen und Diebstahl zu schützen. Mit speziellen Fahrradhaltern oder Haken können Velos platzsparend aufgehängt werden. In Regalen und Boxen lässt sich Zubehör wie Helme in Griffnähe versorgen.
  • Gartenhaus oder Geräteschuppen: Ein Gartenhaus bietet ebenfalls guten Schutz und Platz für Velos & Co. Auch hier helfen stabile Halterungen und Regale dabei, den Raum optimal zu nutzen.
  • Keller: Ist ein einfacher Zugang gewährleistet und der Raum trocken, kann der Keller eine gute Alternative zu Garage oder Geräteschuppen sein. Vorsicht bei feuchten Kellern: Dauerhafte Feuchtigkeit schadet den gelagerten Fahrzeugen. So können Metallteile wie Rahmen, Kette und Schrauben rosten.
  • Überdachter Platz: Eine überdachte Terrasse oder ein anderer geschützter Platz bietet Velos und Rollern ein trockenes Plätzchen. Abdeckungen bieten bei Bedarf zusätzlichen Schutz. Im zugänglichen Aussenbereich sollten die fahrbaren Untersätze mit einem Schloss versehen sein.


ZUBEHÖR UND KLEINKRAM

Die Geheimwaffe aller Ordnungsprofis ist die transparente Box. In durchsichtigen Kisten ist der Inhalt sofort ersichtlich und sie lassen sich stapeln bzw. im Garage- oder Kellerregal verstauen. Um sich das nötige Material nicht jedes Mal zusammensuchen zu müssen, kann das Zubehör pro Fahrzeug und/oder Familienmitglied verstaut werden, beispielsweise die Mountainbike-Schutzausrüstung in eine Box. Wichtig ist ein trockener Aufbewahrungsort – Vorsicht also bei feuchten Kellerräumen – sowie die sichere Verankerung von Regalen und Schränken, vor allem in Haushalten mit Kindern.